Die perfekte Belohnung!?!

Muss es immer Leckerli sein? Finde die perfekte Belohunung für DEINEN Hund! Nicht jeder Hund und jede Situation ist gleich!

Nachdem in letzter Zeit beim Training immer wieder das Thema „Richtige Belohnung für meinen Hund“ bei einigen Kunden aufgekommen ist, habe ich mir mal hierzu ein paar Gedanken gemacht und möchte diese gerne mit euch teilen!

Die richtige Belohnung für Hunde ist für den Erziehungserfolg entscheidend. Die Vierbeiner zeigen nämlich vor allem dann das von ihnen gewünschte Verhalten, wenn es sich für sie lohnt. Was als tolle Belohnung empfunden wird und was nicht, hängt jedoch auch vom jeweiligen Hund ab. Leckerli ist nicht gleich Leckerli! Während der eine Hund die Hundekekse aus dem Geschäft ganz toll findet, mag der andere lieber Wurst oder Käse, wieder ein anderer getrocknete Fleischstücke und wieder ein anderer Joghurt. Auch je nach Schwierigkeitsgrad muss Belohnung angepasst werden.

Hierbei gibt es drei wesentliche Aspekte zu beachten:

  • Vorlieben des jeweiligen Hundes
  • Situation in der die Belohnung zum Einsatz kommt
  • Intensität der Belohnung

Im Training sollte die Belohnung zur Situation und zum zu belohnenden Verhalten passen, wobei folgende Punkte zu beachten sind:

  • Wertigkeit: tolle Belohnungen für tolle Ausführungen
  • „Energie„: ruhige Belohnungen für ruhige Aufgaben
  • Trainingsprogramm: Belohnen mit kleinen Futterstücken ermöglicht mehr Wiederholungen pro Zeiteinheit, als ein geworfener Ball, den der Hund erst holen muss
  • Motivation des Hundes: ein Jagdhund, den ich für die Anzeige von Wild belohnen will, wird oft gar kein Futter nehmen

Versetze dich einmal in deinen Hund und überleg dir, wie schwer die Übung für deinen Liebling ist. Abhängig vom Schwierigkeitsgrad kannst du die Intensität deiner Belohnung variieren. Zum Beispiel, wenn dein Hund ein „Sitz“ in einer ablenkungsarmen Umgebung ausführen soll und das schon sehr gut beherrscht, reicht es meist ihm eine weniger „aufregende“ Belohnung zu geben. Da es sich um eine eher statische und ablenkungsarme Übung handelt, wird ein einfaches Leckerli ausreichen. Hat der Hund aber hingegen ein „Sitz“ beim Spaziergang ausgeführt, obwohl ein Hundekumpel sich nähert, hat er vermutlich weniger das Bedürfnis nach einem langweiligen Leckerchen. Eine aufregendere Belohnung wie die Begrüßung des Hundefreundes oder eine kleine Spielrunde sind hier eine wesentlich bessere Belohnung. Wenn das „Sitz“ darüber hinaus noch klappt, wenn ein Reh den Weg kreuzt und dein Hund diesem widerstehen kann, dann kann man auch schon mal ein Spielzeug werfen, wo der Hund hinterherjagen darf.

Werdet kreativ und überlegt euch mehrere verschiedene Belohnungen für euren vierbeinigen Freund, welche ihr variabel je nach Situation und Vorlieben eures Hundes einsetzen könnt. Findet hierbei auch weniger spannende Goodies sowie absolute Highlights bzw. einen Jackpot. Am besten schreibt ihr euch eine Liste mit euren Ideen zusammen und setzt diese immer wieder abwechslungsreich ein. Das ist oft leichter gesagt als getan, denn um wirklich zu erkennen, welche Bedürfnisse der Hund in einer bestimmten Situation hat, muss man ihn sehr gut kennen und genau beobachten.

Als kleine Hilfestellung findet ihr hier ein paar Vorschläge für mögliche Belohungen:

Futterbelohnungen

Border Collie Welpe knabbert eine Karotte

  • Käse- oder Wurstwürfel
  • Trockenfutter
  • Fertigleckerli
  • Nassfutter (zB in Futtertube)
  • Leberwurst
  • Selbstgemachte Leckerli, wie zB Kekse, Hunde-Eis, etc.
  • Kauartikel / Trockenfleisch
  • Hühnermägen, – herzen
  • Obst / Gemüse
  • Nudeln, zuckerfreie Palatschinken, etc


Spielbelohnungen

Dog run Beagle fun

  • Wurfspiele (Bälle, Knoten, Frisbee etc.)
  • Zerrspiele
  • Apportieren – Dummys /Futterbeutel
  • Jagdspiele / Hetzen von Objekten – zB Reizangel, Spielzeug an langer Schnur
  • Rennen dürfen (zB der Hund darf einen kurzen Sprint oder ein Fangspiel mit seinem Menschen einlegen)
  • Zerreißen von Papier/Pappe
  • Spielen mit anderen Hunden
  • Suchspiele (Futter, Gegenstände)
  • Schnüffelspiel
  • Lieblingsspielzeug tragen


Umweltbelohnungen

dogs digging a hole

  • Schnüffeln
  • Buddeln
  • Wälzen (im Schnee, im frisch gemähten Grase, etc.)
  • Wasser (Baden, Plantschen)
  • einen bestimmten Gegenstand untersuchen, den der Hund spannend findet
  • über die Wiese flitzen
  • aus einer unangenehmen Situation rausgehen


Belohnung über Sozialkontakte

Frau beim kraulen ihres Hundes

  • Berührungen
    (zB Streicheln, Massage, Po/Ohren/Bauch-Kraulen, auf den Schoß klettern lassen)
  • Knuddel-Einheiten
  • Toben und Spielen
  • Gemeinsames Spiel
  • Verbales Lob wie „fein“, „super“, „prima“
  • Artgenossen begrüßen oder mit ihm spielen

Bestimmt fallen dir noch viele weitere Ideen ein, mit denen du deinen Hund begeistern kannst. Es gibt auch unterschiedliche Formen, wie du deinem Liebling Belohnungen zukommen lassen kannst:

  • wegwerfen, so dass dein Hund hinterherrennen muss
  • auf dem Boden suchen lassen
  • verpacken und der Hund kann es aufreißen, zerfetzen, schütteln (zB Klopapierrolle mit Papier)
  • eingraben und der Hund darf es ausbuddeln
  • in Mauerritzen, zwischen Wurzeln oder in Baumrinde verstecken
  • aus der Luft fangen lassen
  • tolle Entdeckung machen
    (Frauchen oder Herrchen hat ein Leckerli auf dem Boden entdeckt)
  • ins Wasser werfen (Hund kann sich abkühlen, trinken, plantschen)
  • Futter beobachten lassen und dann wegwerfen – dein Hund kann etwas belauern und dann hetzen
  • in Mäuselöcher stecken – dein Hund kann etwas ausbuddeln und stöbern

 

Zum Abschluss wünsche ich Euch noch ganz viel Spaß beim Ausprobieren der verschiedenen Belohnungsformen und bin überzeugt, dass ihr alle das Richtige für euren Hund findet!

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